Archiv für November 2006

Der Alltag beginnt ;-)

November 28, 2006

Moin, so langsam finde ich heraus, was ich eigentlich in meinem Praktikum machen soll :) Ich arbeite inzwischen nur noch sehr selten im Iaeste Büro, stattdessen bin ich jetzt bei Idsignet. Dort programmiere ich Java, insbesondere Portlets, JSPs und Hibernate Mappings. Wenn es fertig ist, soll daraus eine Plattform für Studenten und Unternehmen werden, die darüber besser zueinander finden sollen.

Das ganze Javagedöns frisst leider so viel Arbeits- und Festplattenspeicher, dass ich beides erstmal aufrüsten musste. Leider sind die Hardwarepreise nicht so traumhaft, wie ich es erwartet habe – es ist nur ein bissal günstiger als in Deutschalnd. Mein Chef lässt sich deshalb seinen Computerkram aus Hongkong schicken.

Letzten Freitag gab ein eine Abschiedsfeier für zwei Praktikanten, die wieder in ihre Heimat fliegen. Dabei ist mir aufgefallen, dass es nicht nur chinesische sondern auch jede Menge deutsche Wanderarbeiter. Unsere WG hat allein vier Deutsche, auf der Feier waren bestimmt nochmal 5 und jeder andere spricht zumindest ein wenig Deutsch, besonders die Chinesen :) – Apropos Chinesen: ab 23 Uhr fährt in Shanghai keine U-Bahn mehr – meine U-Bahn-Linie macht schon um 22 Uhr Schluss. Entsprechend früh gehen eigentlich alle Einheimischen zu Bett, d.h. ab 23 Uhr sind fast nur noch Ausländer unterweges, die man sonst im Stadtbild nicht sieht, da sie in der Masse untergehen.

Am Sonntag war ich übrigens in der Shanghai Community Church, die ca. 30 Minuten von mir entfernt ist. Die Kirche ist offen für Chinesen und für Ausländer, jedoch dürfen die Chinesen nicht zum Gottesdienst der Ausländer gehen – dagegen gibt’s ein Gesetz. Es gibt glatte 6 Gottesdienste am Sonntag, drei am Morgen (chinesisch), zwei am Nachmittag (englisch) und einen weiteren Chinesischen am Abend. Neben dem Gottesdienst gibt es noch eine ganze Reihe Hauskreise (wenn ich mich recht erinnere, über 30), die ich in dieser Woche besuchen will.

Drei Dinge, die Ausländer nicht mögen

November 24, 2006

Laut Aussage meiner Chefin mögen Ausländer folgends nicht so gerne:

  1. gekochte Knochen mit etwas Fleisch dran
  2. Innereien
  3. Fleisch, dessen Form noch den ursprünglichen Lieferanten erkennen lässt

Auf mich trifft das auch prompt zu :)

  1. ißt sich einfach furchtbar schlecht
  2. noch nicht bewusst probiert, aber mein Bedarf hält sich auch in Grenzen
  3. mmmh lecker, oder würdest Du die niedlichen Vögelchen nicht auch gerne mal probieren (siehe unten)

Doppelter Boden

November 21, 2006

doppelter bodenAm Sonntag war ich in einem der vielen Fakemärkte, die es hier überall gibt. Nach einem Rundgang und dem Kauf einer dünneren Jacke (in der U-Bahn ist es brachend warm und dort verbringe ich immerhin zwei Stunden pro Tag), wollten wir noch ein paar Spielfilme auf DVD kaufen. Leider gab es auf dem ganzen Markt keinen einzigen DVD-Shop, deshalb fragte ich einen der Rolexverkäufer (die laufen dauernd um einen herum und rufen „Rolex, Rolex“). Dieser führte uns dann in einen ganz normalen Laden, der jedoch zwei Räume hatte.

Der hintere Raum hatte viele Regale mit extrem hässlichen Kuscheltieren. Kaum waren wir drin, wurde die mittlere Reihe von Kuscheltieren entfernt, ein Saugnapf gezückt und die Regalwand hinter den Kuscheltieren herausgezogen. Dahinter standen ein paar hundert DVDs, die wir anschließend genauer in Augenschein nahmen. Uns wurde kurz danach ganze Fernsehserien angeboten, die hinter den anderen Regalwänden verborgen waren. Während wir noch nach guten Filmen suchten, kam plötzlich etwas Unruhe auf. Wir wurden in den forderen Raum geschoben und alle Wände verschlossen. Fünf Minuten später war wieder alles normal und dann wurde auch im forderen Raum der Boden von den Schränken hochgeklappt, um uns weitere DVDs zu zeigen.

Das ist mit Abstand der gefakteste Laden, den ich bisher gesehen habe :) – Achja, DVDs kosten hier 50 bis 70 Cent, jedoch ist die Qualität nicht unbedingt berauschend und unter Windows sind sie oft nicht abspielbar (wen kümmerts ;-)

Strafzettel

November 21, 2006

Schatzkiste BankMoinmoin, sorry für das lange Schweigen, aber leider ist das Internet wirklich nicht so, wie es sich in Deutschland anfühlt :-/

Am vergangen Donnerstag habe ich meinen ersten Strafzettel bekommen – ich habe mich zu spät bei der Polizei gemeldet. Die Story ist hat am Freitag, den 10.11. begonnen, an dem ich in Shanghai ankam. Jeder Ausländer (vermutlich auch Chinese) ist verpflichtet sich nach spätestens 24 Stunden – maximal 3 Tagen – bei der Polizei anzumelden, genau das wurde mir auch hier bei Iaeste gesagt, jedoch sollte ich mich erst am Montag anmelden, da Iaeste noch irgendwas organisieren wollte.

Montag, Dienstag und Mittwoch habe ich dann regelmäßig nach meiner Anmeldung gefragt und wurde immer vertröstet. Am Donnerstag hat es mir dann gereicht und ich bin mit zwei Chinesen zur Polizei gegangen, die mich gleich zum zentralen Polizeirevier geschickt hat und dort habe ich dann mein erstes Ticket über 10 Euro bekommen :-)

Die 10 Euro konnten nicht direkt bei der Polizei bezahlt werden, sondern bei einer der X Banken, die es überall in China gibt. Natürlich habe ich den Strafzettel nicht bezahlt, stattdessen bin ich mit einer Kopie des Gesetzestextes zu meiner Chefin gefahren, die mir dann (entgegen früheren Ankündigungen) auch sofort die 10 Euro gegeben hat.

Um 17 Uhr war ich dann wieder in der Nähe des Polizeireviers, um meine Registrierung noch am selben Tag zu vervollständigen (ich war quasi den ganzen Tag mit Bus und Bahn unterwegs). Leider wurde in der Bank schon um 17 Uhr der Feierabend eingeläutet, so dass ich erstmal vor verschlossenen Türen stand. Ausdauerndes Winken brachte den Wachmann dann doch dazu die Tür zu öffnen :-) Beim Bezahlen des Strafzettels habe ich dann einen Blick auf die Schatzkiste werfen können, in der ein Haufen Geld (anscheinend die Tageseinnahmen) gelagert wurde. (Bilder gibt’s später, der Upload funzt gerade nicht)

Die Polizei war natürlich auch schon geschlossen, jedoch hat mich diesmal ein offenes Fenster gerettet, hinter dem noch gearbeitet wurde :-) So einfach kann man sich in China registrieren – in Beijing brauchte ich das übrigens nicht machen, da dies von den Hotels übernommen wird.

PS: Ohne die Hilfe einer chinesischen Studentin, die für mich übersetzt hat, wäre ich total verloren gewesen.

Bilder von meinem Arbeitsplatz

November 15, 2006

Hier die Webcamansicht von meinem Arbeitsplatz, leider kann ich nicht ganz genau sagen, wo ich arbeite, da ich es nicht erkennen kann. Arbeitsplatz

Am Sonntag habe ich eine Bootstour gemacht, bei der ich wirklich meinen Arbeitsplatz fotografieren konnte – leider ist das Gebäude nur sehr schlecht beleuchtet. Arbeitsplatz bei Nacht

Hier sind noch zwei Bilder: noch ein Bild und noch ein Bild

Zhujiajiao

November 14, 2006

.. oder auch nicht. Uns wurde gesagt, dass wir die Tickets am Samstag morgen kaufen können, da genügend vorhanden sind. Naja, leider standen wir dann doch ohne Tickets da und mussten uns nach einer Alternative umsehen. Im Shanghai Reiseführer wurde die Wasserstadt Zhujiajiao angepriesen, die mit dem Bus innerhalb einer guten Stunde zu erreichen ist.

Um an unsere Bustickets zu kommen, mussten wir zum Stadion von Shanghai, dass etwas außerhalb liegt. Kaum waren wir dort, wurden wir auch schon von Verkäufern bedrängt, die uns Angeln!! andrehen wollten. Da wir die nicht haben wollten, sind sie schnell zur Sache gekommen. Einer von ihnen zog einen geklauten Laptop aus seiner Umhängetasche und führte diesen auch gleich vor – Preis 100 Euro – älteres IBM Modell. Übrigens gibts unter dem Stadion haufenweise Läden, unter anderem einen Elektronikdiscounter – falls man doch keine Eintrittskarte hat, könnte man ja auf die Idee kommen einen Fernseher zu kaufen ;-) (die Fußballspiele werden hier kostenlos übertragen)

In Zhujiajiao angekommen, haben wir festgestellt, dass der Bus die ganze Zeit mit offener Motorraumklappe gefahren ist, anscheinend um den Motor zu kühlen, denn wir haben es hier locker 23 Grad in der Sonne. Apropos fahren – neben Busfahreren sind Kapitäne auch für jede zerstörerische Aktion gut. Wir haben eine halbstündige Ruderbootstour durch Zhujiajiao gemacht, als wir dann doch noch etwas länger fahren wollten, hat der Käpten uns so lange ignoriert, bis wir ihm das Geld gegeben haben. Er war inzwischen vom offen Fluss in einen kleinen Seitenkanal gefahren, in dem uns zwei Boot entgegenkamen. Als er das Geld sah, griff er zu und achtete nicht mehr auf den Verkehr – unser Boot stellte sich quer, dann rammten wir ein Haus, brachen ein Stück Wand heraus und hielten alles auf, was an uns vorbeifahren wollte :)

Auf der Rückfahrt habe ich herausgefunden, warum die Fußwege in China so breit sind: Ich hatte ja schon mal geschrieben, dass Fußgänger im Straßenverkehr nichts zu melden haben, die Krönung bildete der Stau, in den wir kamen. Unser Busfahrer schwenkte kurzerhand auf den Fußweg und heizte drauf los. Als wir auf eine Brücke kamen, an der es auf dem Weg wirklich eng wurde, öffnete er die Tür und machte die Fußgänger und Motorradfahrer zur Schnecke, so dass immerhin wir vorankamen :)

Die passenden Bilder werde ich demnächst hochladen. Bye.

Shanghai

November 13, 2006

12 Uhr Ankunft Shanghai Flughafen. Busy. Kurzes Gespräch mit zwei Deutschlehrerinnen, die in Shanghai arbeiten und die spitzen Ellenbogen und plattgetretenen Füße doof finden.

12 Uhr dreißig. Ist das hier aber nebelig.

12 Uhr einunddreißig. Oh, das ist hier meistens so.

12 Uhr zweiunddreißig. Der Nebel riecht nach Abgasen.

Kurz danach. Ich habe den Transrapid gesehen, der jedoch unter diesem Namen überhaupt nicht bekannt zu sein scheint.

14 Uhr ganz in der Nähe des Jinmao. Still busy. Hier ist das Büro von Iaeste China und damit auch mein neuer Arbeitsplatz.

16 Uhr Shanghai U-Bahn Ankunft Zhongshan Park oder Zhangjiang (weiß gerade nicht so genau ;) Vorstellungsgespräch bei Idsignet – hm, mein Chefin hat mich diesmal ungefähr zu einem Viertel gewarnt.

ca. 18 Uhr wieder in Pudong im Iaeste Büro, jetzt aber nach Hause. Zwei Studenten, die auch bei Iaeste ein Praktikum machen, nehmen mich mit – diesmal ist die U-Bahn doch deutlich voller.

Meine neue 8er WG ist überschwemmt von einer Horde chinesischer Studentinnen, die anscheinend gerade eine WG-Führung mitmachen. Busy.

Nach der Party, so gegen 02:30 Uhr Augen zu. This shit is not good take another one

This shit is not good take another one

07:00 Uhr Augen wieder auf. Die Bahn kommt.

Dalian

November 13, 2006

Ups, wo bin ich denn da gelandet? Kaum war ich in Dalian angekommen, gings los zur Technischen Universität (oder so), wo mich Folgendes erwartete: lecker Essen

Ich war etwas verdattert und total underdressed, da mich meine Chefin nicht vorgewarnt hatte, aber geschmeckt hat es trotzdem. Das Ganze war ein Treffen zur Erweiterung von Iaeste China und hatte nichts mit mir zu tun. Es gab ca. 10 Gänge, die von Suppe, über Riesengarneln, zum unschneidbaren Kuchenstück reichten. Drumherum rannten zwei Kellnerinnen, die so schnell Tee nachschenken konnten, dass ich an dem Tag garantiert meine zwei Liter Flüssigkeit bei dem einen Essen zu mir genommen habe.

Nachmittags haben wir Dalian besichtigt und das bestimmt coolste Muschelmuseum der Welt gesehen. Muschelmuseum

Nach dem Abendessen, was auch in der Technischen Universität stattfand, habe ich noch einen kleinen Midnightmare-Snack gegessen. Ohne Soße wäre der wirklich geschmacklos gewesen – besonders die Tentakel schmecken lecker :) Später haben wir noch gepiercte Skorpione und vier Minivögel am Spieß gesehen. Die Vögelchen sehen so aus wie hm, ich lads mal hoch.

der rechte Tintenfisch war meiner *mmh*

gepiercte Minivögel

Dalian selbst ist einer wirklich sehr schöne Stadt, im Gegensatz zu Shanghai und Beijing ist es auch sehr sauber und die Luft ist erstaunlich rein.

Nachtrag Beijing

November 13, 2006

Ich habe zwar meine Notizen daheim vergessen, aber ich versuch’s trotzdem :)

Bevor ich abgefahren bin, war ich noch in einem netten Restaurant, in dem das Personal mal seine wahren Qualitäten gezeigt hat :) Die Stäbchen waren hinten abgeschrägt und die Frage nach dem Warum wurde prompt am Nachbartisch beantwortet. Dort wurden die bestellen Biere von der zierlichen Kellnerin mit dem Stäbchen geöffnet (der Klanng des Plopp war absolut perfekt). Anschließend hat das Personal noch ein lustiges Lied gesungen, um noch mehr Gäste in das volle Restaurant zu holen. Das rockt doch :)

Am Tag meines Abflugs nach Dalian bin ich schon recht früh aufgestanden, um nicht den Bus zum Flughafen zu verpassen und war dann auch schon um dreiviertel sechs am Bus, der aber erst um 06:10 fahren sollte. Außer mir war noch ein andere Fahrgast und ein Taxifahrer da, welcher auch gleich versuchte uns zum Flughafen zu fahren. Wir lehnten dankend ab, jedoch ließ er nicht richtig locker und hat uns und zwei andere schließlich für 2 Euro pro Person zum Flughafen gefahren, was auch vor dem Berufsverkehr ca. 30 Minuten gedauert hat. Das war tatsächlich billiger als der Bus ;)

Lebenszeichen

November 13, 2006

Moin, bin am Leben und werde hoffentlich bald etwas mehr schreiben koennen. Bin gut in Shanghai angekommen und habe hier nun auch Internet fuer meinen Schleppi, jedoch ist die direkte Verbindung zu WordPress auch hier nicht moeglich.

Bis demnaechst.